Grillen auf Alufolie oder auf dem Rost?

Rost oder Alufolie beim Grillen - was ist Besser?Unter Grillfreunden und Fleischexperten gibt es wohl kaum ein Thema, das die Geister so scheidet, wie die Alufolie. Diese dünne silberne Schicht zwischen Fleisch und Grillrost kann zu einer echten Glaubensfrage werden. Während die Befürworter der Alufolie argumentieren, das Grillgut werde mit Schutzschicht gesünder gegart, lehnen überzeugte Rostgriller Alufolie kategorisch ab. Sie legen vor allem Wert auf ein krosses Grillergebnis, den typisch rauchigen Grillgeschmack und den Abdruck des Grillrostes auf dem Grillgut, der das echte Grillfeeling auch optisch unterstützt.

Welche Meinung nun die richtige ist, wurde bis heute noch nicht erschöpfend geklärt und so mag sich so manche Grillparty im Sommer bereits vor der ersten Glut an der Frage entzünden, ob nun ein Stück silberne Folie auf den Grillrost gelegt werden darf oder nicht. Tatsache ist, dass es gar keine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt, denn Experten sind sich zumindest in einer Sache einig: Das Grillen mit Alufolie hat je nach Grillgut und Zubereitungsart Vorteile, die sich auch überzeugte Rostgriller bewusst machen sollten. Trotzdem ist es bei weitem nicht immer notwendig, Steak, Würstchen und Co. vom Grillrost zu trennen. Echte Grillprofis sind flexibel und entscheiden je nach Speisenangebot, ob sie zur Alufolie greifen oder nicht.

Grillen auf Alufolie kann gesünder sein

Es ist tatsächlich so, dass die Befürworter der Alufolie mit ihrem Argument zum gesunden Grillen nicht ganz Unrecht haben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung informiert beispielsweise seit geraumer Weile über die Gefahr krebserregender Stoffe, die mit dem Grillgut aufgenommen werden können. Es handelt sich dabei um Röststoffe und Aromen, die erst bei der Zubereitung entstehen und je nach aufgenommener Menge ein gesundheitliches Risiko darstellen können. Liegt das Grillgut beim Grillen direkt auf dem Grillrost auf, können austretendes Fett und Marinade durch den Rost in die Glut tropfen. Dort entsteht Benzopyren, ein krebserregender Stoff, der mit dem Rauch wieder in das Grillgut einziehen kann. Eine Schicht aus Alufolie oder eine Aluschale unter dem Grillgut verhindert das Herabtropfen von Fett und Marinade und verringert damit die Bildung krebserregender Stoffe. Stoffe wie Benzopyren sind zwar erst in hoher Dosierung tatsächlich krebserregend, ein gewisses gesundheitliches Risiko besteht laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beim Grillen auf dem Rost aber dennoch.

Grundsätzlich gilt: Grillgut sollte niemals zu lange auf dem Grill bleiben und nicht zu kross und dunkel gegart werden. Weniger stark durchgebratenes Fleisch ist gesünder. Außerdem ist es ratsam, einen Mindestabstand zwischen Grillkohle und Rost beziehungsweise Grillgut einzuhalten. Bei vielen Grillmodellen ist der Rost oder die Halterung, in die der Rost eingelegt werden kann, auf einer Höhe angebracht, die einen Mindestabstand von 13 bis 15 Zentimetern einhält. Wer bei seinem Grill den Abstand zwischen Rost und Glut selbst bestimmen kann, sollte mit ungefähr 15 Zentimetern auf Nummer sicher gehen. Das gilt übrigens auch für das Grillen mit Alufolie oder Aluschale.

Manches gelingt auf Alufolie einfach besser

Unabhängig vom Gesundheitsfaktor gibt es auch einige geschmackliche Argumente, die für oder gegen die Verwendung von Alufolie sprechen. Schließlich soll es bei einer Grillparty allen schmecken. Nicht umsonst argumentieren Gegner der Alufolie mit einem Geschmacksverlust, wenn das Grillgut nicht im direkten Kontakt mit dem Grillrost ist. An dieser Aussage ist durchaus etwas Wahres dran, denn richtig knusprig wird Grillfleisch nun mal nur auf dem Rost und auch der typische Geschmack der Holzkohle kann nicht in das Grillgut ziehen, wenn sich darunter eine Schutzschicht befindet. Hier sollte aber kein generelles Urteil gefällt werden, denn so manche Speise gelingt auf Alufolie tatsächlich besser als auf dem Grillrost.

Fisch besser mit Alufolie grillen oder mit einer GrillzangeDas gilt vor allem für Fisch. Eine frische Forelle vom Grill ist ein Hochgenuss, allerdings bedarf es der richtigen Zubereitung. Fisch ist in seiner Konsistenz viel weicher als Fleisch und fällt deshalb auch schneller auseinander. Er sollte nicht direkt auf dem Rost gegrillt werden, sondern auf Folie oder in einer Aluschale liegen. Wer auch beim gegrillten Fisch nicht auf das Grillaroma verzichten möchte, kann zu einem Fischkorb greifen. Darin liegt der Fisch nicht auf dem Grillrost auf, das Aroma der Grillkohle kann aber trotzdem in das Grillgut einziehen. Den Fischkorb gibt es als Variante übrigens auch für Geflügel.

Auch Kartoffeln geraten auf dem Grill besser, wenn sie auf Alufolie gelegt oder sogar darin eingewickelt werden. So können die Kartoffeln in ihrer Schale gleichmäßig garen, ohne an einzelnen Stellen zu verbrennen.

Fischzange zum Grillen nutzenWer beim Grillen gerne ein paar kulinarische Experimente macht und das Grillgut noch auf dem Rost mit frischen Kräutern und Gewürzen verfeinert, sollte ebenfalls zu Alufolie greifen, denn so können sich die Aromen besser entfalten und das Ergebnis wird einfach köstlich.

Echte Alternativen zur Alufolie

Wenn der Sommer wieder da ist und es Zeit ist, um zu grillen, stellt sich früher oder später die Frage nach dem passenden Equipment. Ist der Grill mit allem ausgestattet, was zu einer leckeren Grillparty gehört, oder gibt es ein paar sinnvolle Ergänzungen, die den Grillspaß noch vergrößern. Tatsächlich gibt es auch ein paar wirklich gute Alternativen zur Alufolie, die so manchen überzeugten Rostgriller vielleicht etwas versöhnlicher stimmen und sich sogar für einen Kompromiss eignen.

Da wäre zunächst die Aluschale. Es gibt sie in jedem Grillbedarf in verschiedenen Größen. Aluschalen sind sehr einfach in der Handhabung und nach dem Gebrauch schnell wieder gereinigt. Wer eine kleine Ausführung wählt, bietet seinen Gästen auf der Grillparty sogar die Wahl zwischen Grillen mit und ohne Schutzschicht. Die Aluschale kann variabel auf dem Grillrost aufgesetzt werden und daneben bleibt noch genügend Grillfläche für all jene, die nicht auf das typische Branding verzichten möchten.
Eine weitere praktische Alternative zur Alufolie ist die Grillpfanne. Diese pfannenförmige Variante eines Grillkobes besteht meist aus Edelstahl und ist damit äußerst strapazierfähig und nach dem Gebrauch sehr einfach wieder zu reinigen. In der Grillpfanne können Fisch, Gemüse und Kartoffeln schonend gegart werden und erhalten trotzdem den typischen Grillgeschmack. Fisch zerfällt in der Grillpfanne nicht. Selbstverständlich ist das gute Stück auch für die Zubereitung von Fleisch und Würstchen geeignet. Auch die Grillpfanne lässt den Gästen je nach Größe des Grills die Wahl, ob sie sich als Foliengriller oder als Rostgriller outen möchten. Damit sollten sich ab jetzt wohl wieder beide Seiten auf die nächste Grillparty in geselliger Runde freuen können.

Alufolie beim Grillen - Warum ungesund? Kritik und gesunde Alternativen

Erwähnt man in Grillforen oder Grillgruppen bei Facebook das Wort Alufolie, dann kann das zu sehr interessanten und manchmal auch ausufernden Diskussionen führen. Zum einen gibt es die Fraktion, die es nicht schlimm findet Alufolie zu nutzen und eben die, die es für gesundheitsschädlich und/oder umweltschädlich halten. Auch ein Bild einer Folienkartoffel (eine Kartoffel in Alufolie) kann eine solche Reaktion hervorrufen. Was ist Alufolie aber überhaupt?

Alufolie (auch als Aluminiumfolie oder Silberfolie bekannt) ist eine sehr dünne Folie, die eben aus Aluminium hergestellt wurde. Beim Grillen (Kochen und Backen) so beliebt ist diese Folie, weil sie eben gasdicht (und damit luftdicht) abschließt. Dazu ist sie weich und biegsam und man kann mit ihr Grillgut gut einpacken. Wobei gerade Gemüse, in Alufolie eingepackt, weniger grillt, als im eigenen Saft schmorrt, denn die Flüssigkeit bleibt eben im Alufoliepäckchen.

Alufolie nicht immer einsetzbar – Vorsicht mit Salz und Zitrone!

Aufpassen muss man aber unbedingt, beim Einsatz von Alufolie mit besonders sauren, basischen oder auch salzhaltigen Lebensmitteln. Alles was viel Fruchtsäure oder Essigsäure hat oder sehr viel Salz beinhaltet, sollte man von Alufolie besser fernhalten. Bereits bei einem kurzzeitigen Kontakt kann dies unangenehme Folgen haben. Aber auch andere Lebensmittel sollte man nicht dauerhaft in Alufolie einschlagen, das gilt zum Beispiel auch für Tomaten, sauren Gurken oder geschnittenen Zitrusfrüchten. Langer Kontakt kann hier zu Korrosion führen. Dann kann sich die Aluminiumfolie nicht nur dunkel bis schwarz färben, sie kann sich auch auflösen. Aus diesem Grund sollte man insbesondere marinierte Lebensmittel nicht in Kontakt mit Aluminiumfolie kommen lassen. Nicht in Alufolie gegrillt werden daher (aufgeschnittene) Tomaten, Rhabarber, Äpfel.

Da Alufolie auch mit Salz reagiert, sollte Grillgut in Aluschälchen oder Alufolie erst kurz vor dem Servieren gesalzen, gewürzt oder mit Zitronensaft bträufelt werden.

Was passiert, wenn wir zu viel Alufolie essen?

Wer mit Aluminiumfolie grillt, kann meist nicht ganz vermeiden, dass etwas von der Folie auch auf das Grillgericht übergeht. Toleriert wird eine Aluminiumbelastung von 60 mg pro Person und Woche. Wird dieser Wert dauerhaft überschritten, dann kann eine Anämie (Blutarmut) ebenso die Folge sein wie eine Demineralisation der Knochen.

Warum wird der Einsatz von Alufolie so kritisiert?

Aufgrund des Ressourcenverbrauchs und hohen Energiebedarfs zur Herstellung von Aluminium steht der Gebrauch von Folie teilweise in der Kritik von Umweltschützern. Schön wäre es, wenn Alufolie dem Recycling zugeführt werden kann.

Alternativen zur Alufolie beim Grillen

Beil Grillen kann man natürlich immer auf den Rost setzen oder auf verschiedene hitzebeständige Schüsseln und Schalen. Oder man reduziert zumindest und deckt solche Schalen nur mit Alufolie zu. Im Backofen kann man statt Alufolie fast immer auch auf Backpapier setzen. Zum Beispiel gibt es ein wunderbares Gericht mit weißen Spargel, der mit ein Stück Butter, eingeschlagen in Backpapier, im Backofen gart. Wobei gerade im Backofen fast immer auch Auflaufformen zum Einsatz kommen können.

Natürliche Alternativen zur Alufolie

Beim Grillen kann man durchaus auch auf natürliche Alternativen zur Alufolie setzen. Das können Bananenblätter, Mangold-, Kohl-, Weinblätter sein in diese kann man das Grillgut gut einwickeln. Wenn die Blätter sehr fest sind, werden sie durch kurzes blanchieren (in kochendem Wasser kurz mitkochen) biegsamer. Die Bananenblätter sind natürlich optimal, wenn man ein Dessert vom Grill zaubern möchte. Fisch kann man auch in Fischgrillzangen geben. Manchmal möchte man aber die Alufolie nutzen, da der Fisch im eigenen Saft eher schmoren soll oder man die empfindliche Haut schützen muss. In diesem Fall kann man durchaus Backpapier nehmen, das aber mit etwas Speiseöl eingestrichen werden sollte. Wenn man nun den so eingewickelten, aber alu-freien, Fisch grillt, sollte man nicht die heißeste Zone am Grill auswählen. Gerade Backpapier (auch als Pergamentpapier) bekannt, ist eine gesundheitsschonende Alternative zur Folie aus Alu.

Grillbretter und Grillplanken aus Holz

Inzwischen gibt es auch Grillbretter und Grillplanken aus Holz. Auf diese wird Fleisch, Fisch oder Gemüse gelegt und das Ganze dann so gegrillt. Alle Planken müssen jedoch vor dem Einsatz auf dem Grill eine Stunde lang gewässert werden, damit leichter Rauch entsteht und die Bretter nicht anbrennen.


Bildquellen:
Abbildung 1: pixabax.com ©szpadi (CCO 1.0)
Abbildung 2: pixabax.com ©kropekk_pl (CC0 1.0)
Abbildung 3: pixabax.com ©Klinkow (CC0 1.0)

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