Mythen über das Grillen

Holzkohlegrill oder kann es dann doch ein Gasgrill sein? Kaum eine andere Frage entzweit Griller wie diese. Während die Holzkohlegrill-Fraktion auf den typischen Holzkohlegeschmack verweist, kontern Gasgriller gerne mit der konstanten Temperatur und, wenn es gar nicht anders sein muss, wird die Geschmackskeule der Holkohle-Griller mit der Gesundheitskeule beantwortet.

Hier einige Fakten und Mythen rund ums Grillen

  1. 1.Feuer an, Fleisch drauf, ursprünglicher geht es kaum. Fakt ist, Kochgeschirr gab es erst viel später, als der Mensch benötigt hat, das Feuer zu entdecken und irgendwann festgestellt hat, dass sich Fleisch über Feuer auch garen lässt. Heute gibt es kaum eine andere Art des Zubereitens von Essen, die einfacher und ursprünglicher ist, aber auch kompliziert und hochtechnisiert daher kommen kann.
  2. 2.Holzkohlegeschmack. Das A&O auf das die Fans des Holzkohlegrills voll abfahren ist der typische Holzkohlegeschmack, denn Fleisch und Co. beim grillen erhalten. Nur wo viel Rauch ist, ist also leckeres Fleisch? Nicht unbedingt. Denn das einzige, das für den echten Grillgeschmack sorgt, ist die hohe und trockene Hitze, die die Holzkohle produzieren vermag. Und diese sorgt dafür, dass die Proteine in Fisch und Fleisch karamellisieren können und so die leckeren Aromen frei setzen. Die leckere Kruste eben auf dem perfekten Steak vom Holzkohlegrill, die aber nicht jeder automatisch hinbekommt. Inzwischen sind moderne und neue Gasgrills aber auch in der Lage heiß und trocken zu brennen, der leckere Geschmack lässt sich also auch mit diesen erreichen.
  3. 3.Ablöschen mit Bier. Es wird gegrillt, die Flammen zünden, das Fleisch fängt Feuer und der erfahrene Grillmeister opfert ohne mit der Wimper zu zucken, das Bier, an dem er gerade noch genippt hat. Die Flammen sind aus und zudem soll das Fleisch durch das Bier jetzt auch noch zusätzlichen Geschmack erhalten haben. Um es vorneweg zu sagen: Man wird keinen Bier in die Flammen schüttenden Grillmeister mit egal welchen Fakten überzeugen können, das das was er da gerade getan hat eigentlich ein völlig sinnfreies Opfer war. Am Besten einfach vom Grill fernhalten oder mit dieser Unart leben. Schließlich schüttet er ja meist sein Bier weg. Fakt ist allerdings, das Bier verdampft auf Fleisch und Grill so schnell, vom Geschmack bleibt da eh nicht viel über. Die Flamme wird zwar gelöscht, aber meist wird dabei unnötig Holzkohlestaub aufgewirbelt. Vielleicht ist das ja das leckere Aroma, dass der Bierfan so liebt? Auf keine Diskussion einlassen, am Besten im unbewachten Augenblick die Flammen einfach mit einigen Spritzern Wasser löschen.
  4. 4.Mariniertes Fleisch direkt auf den Grill zu werfen hört sich zwar gut an, denn das Prasseln des Öls, das in das Feuer tropft und dort verbrennt, sorgt für heimelige Atmosphäre eines offenen Kamins und gleichzeitig fängt es auch lecker an zu riechen. Gesund ist das unverwechselbare Prasseln und Brutzeln aber nicht. Den das ins Feuer tropfende Fett entlockt dem Grill vor allem krebserregende Stoffe, gut sichtbar als blauer Rauch. Hört sich genauso wenig lecker an, wie es ist bzw. sich im Endeffekt auch isst. Daher mariniertes Fleisch vorher sehr gut abtropfen lassen bzw. abtupfen und wenn nötig eine Aluminiumschale verwenden.
  5. 5.Grillspieß und Gabel für den Gartest. Wie stellt man fest, ob das Grillgut gar ist? Der effektvolle Grillmeister sticht mit einem Grillspieß oder einer Gabel hinein. Und damit ist das, was das leckere Stück auf dem Grill schmackhaft macht meist weg. Die Rede ist vom Fleischsaft. Um zu prüfen, ob das Fleisch gar ist, macht man lieber den Drucktest. Ist es fest und elastisch, dann kann es runter vom Grill und zwar mit einer Grillzange nicht mit einer Grillgabel. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, lässt in einer größeren Runde erst den testen, der sein Fleisch lieber medium bis roh verzerren möchte.
  6. 6.Würzen. Puristen werfen das Steak so auf den Grill. In höchster Not wird noch zu etwas Öl gegriffen, damit das gute Fleisch nicht am Rost hängen bleibt. Salz und Pfeffer, wenn das Steak fertig ist, und fertig ist das Ganze. Diesen Puristen entgeht natürlich das eine oder andere Vergnügen. Und einige Gewürze wie Senf, Thymian, Rosmarin, Salbei und Oregano helfen dem Körper auch beim Fertigwerden mit dem Grillgut. So verleihen gerade diese Gewürze dem Grillgut nicht nur Aroma, sie wirken im Körper auch wie ein Bindemittel und verhindern so die Aufnahme nicht so gesunder Kohlenwasserstoffe.
  7. 7.Würzen 2: Fleisch nicht vorher salzen, das entzieht dem leckeren Fleischstück Wasser. Auch dieser Mythos hält sich hartnäckig und lange. Gerade Salz ist ein Geschmacksverstärker und gibt dem Stück Fleisch häufig noch den richtigen Kick. Salz in der Marinade oder kurz vor dem Grillen auf das Objekt der Gier gestreut wird das gute Stück nicht zäh machen. Man sollte trotzdem sparsam mit dem Salzstreuer umgehen, denn nachsalzen je nach Geschmack am Tisch ist vielen Freunden des leckeren Grillfleisches einfach lieber, als das Stück Fleisch mit allzu viel Getränken runterzuwürgen.
  8. 8.Da passiert schon nix. Wenn Grillsaison ist, tauchen sie auch auf, die Geschichten von unvorsichtigen Grillern, die dem Zünden am Grill mit Brennverstärkern und ähnlichem nachhelfen wollten und mit bösartigen Verbrennungen im Krankenhaus landeten. Es sind wahre Geschichten. Und nur weil man selbst davon schon mehrfach in der Zeitung gelesen hat und selbst noch nichts passiert ist, ist das keine Garantie dafür, dass es beim nächsten Versuch mit Brennspiritus wieder ohne Unfall abgeht. Es gibt so praktische Grillanzünder und notfalls kann man mit Blasebalg und Fächer nachhelfen, da muss man wirklich nicht zum Äußersten greifen. Wer meint, trotzdem unbedingt so seinen Grill entfachten zu wollen, sollte zumindest darauf achten, dass er derjenige ist, der als einziger in Flammen stehen kann. Kinder, Haustiere und andere unbeteiligte Dritter sollten vorher weiträumig (!!!) entfernt werden und die Zündhilfe so aufbewahrt werden, dass Kinder damit nicht herumspielen können.
  9. Kein Mythos: Sicherer grillt man auf jeden Fall ohne Spiritus und andere flüssige Brandbeschleuniger. Wer nachhelfen will sollte Brennwürfel bzw. Grillanzünder kaufen.

Zur Info:
In Deutschland kommt es jährlich zu 4000 Grillunfällen, 400 mit schwersten Verbrennungen vor allem bei Kindern, die in der Nähe des Grillfeuers spielen.
Sicherheitstipps Grillen

Fazit aus diesen Grill-Mythen

Aber jeder sollte seine Erfahrungen (außer vielleicht Punkt acht) selbst machen. Wer auf einer Grillparty eingeladen ist und zusehen muss, wie der Grillmeister erst Bier über die Flammen schüttet um dann mit einem Grillspieß auf das Fleisch loszugehen: Ruhig Blut. Gerade beim Grillen gibt es einige Fundamentalisten, die wird man nicht bekehren können. Wenn man bei einem solchen Eingeladen ist hilft entweder auf Würstchen ausweichen, die bekommt man auch mit der Gabel nicht unbedingt zäh oder selbst für einen leckeren Salat sorgen, an dem man sich notfalls satt essen kann. Und dann im Gegenzug zum Grillen einladen, den Grill-Fundamentalisten taktisch geschickt von Grill und Fleisch fernhalten und hoffen, dass man mit dem Ergebnis überzeugt.


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